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Die Ausgrabungen von Pompeji


Auf einer Reise nach Kampanien (Süditalien) darf ein Besuch der Ausgrabungen von Pompeji nicht fehlen. Es ist eines der schönsten Freilichtmuseen der Welt und UNESCO-Weltkulturerbe.

Und auch vom Cilento sind die Reste der antiken römischen Stadt gut und bequem per Bahn zu erreichen.

 

Die Ausgrabungen von Pompeji


Auf einer Reise nach Kampanien (Süditalien) darf ein Besuch der Ausgrabungen von Pompeji nicht fehlen. Es ist eines der schönsten Freilichtmuseen der Welt und UNESCO-Weltkulturerbe.

Und auch vom Cilento sind die Reste der antiken römischen Stadt gut und bequem per Bahn zu erreichen.

Pompeji und der Ausbruch des Vesuvs

Zu römischer Zeit galt Pompeji als prosperierende Handels- und Hafenstadt. Patrizier wie auch Kaufleute besaßen in der ca. 15.000 Einwohner zählenden Stadt südlich des Vesuvs elegante und reich verzierte Häuser, die noch heute die Besucher der Ausgrabungen von Pompeji in Staunen versetzen.

Doch wurden sowohl Pompeji als auch andere antike Städte rund um den Vesuv mehrmals Opfer des Vulkans. Erdstöße und schwere Erdbeben richteten regelmäßig Schäden an, von denen sich die geschäftstüchtigen Pompejaner jedoch selten beirren ließen.

Dies änderte sich nach den beiden heftigen Eruptionen vom 24. und 25. August 79 n. Chr. als der Vesuv das gesamte Territorium westlich und südlich seiner Hänge unter einer meterhohen Schicht aus Asche, Lava, Schlamm und Gestein begrub. Sogar das Meer wurde ganze 1,5 km zurück gedrängt. Ein Großteil der Bevölkerung verlor bei dieser Naturkatastrophe ihr Leben. Jene, die überlebten, kehrten nicht nach Pompeji zurück.

Die einst lebhafte Stadt fiel, gut konserviert unter der dichten Ascheschicht, in einen bis ins 18. Jh. andauernden Dornröschenschlaf. Seither wird auf dem antiken Stadtareal ununterbrochen gegraben. Somit kann auch jener Gast Neues entdecken, der die Ausgrabungen bereits in früheren Jahren besucht hat.

Rundgang durch die Ausgrabungen des antiken Pompeji

Auf etwa 44 Hektar erstrecken sich die heutigen Ausgrabungen von Pompeji. Bei ihrem Untergang hatte die Stadt eine Ausdehnung von ca. 60 Hektar. Vor den Archäologen liegt demzufolge noch eine Menge Arbeit und vor Ihnen, den Besuchern Pompejis, ein einmaliger Rundgang durch die Antike, für den Sie mindestens 3 Stunden Zeit einplanen sollten.

Doch wo und wie fängt man am besten an? Die heutigen Pompejaner behaupten, dass man gut und gern zwei Tage bräuchte, um die Ausgrabungen komplett gesehen zu haben. Zunächst kann man sich einfach durch die alten Basaltsteinstraßen und die neun als Regio bezeichneten Stadtbezirke treiben lassen. Es gibt auch die Möglichkeit, sich einer Führung anzuschließen oder einem von vier vorgeschlagenen Rundgängen zu folgen.

Über diese Rundgänge können Sie sich bereits im Vorfeld auf der offiziellen Seite der Ausgrabungen von Pompeji informieren. Die Informationen stehen in englischer Sprache zur Verfügung. Neben dem eigentlichen Streckenverlauf finden Sie Angaben zur Dauer und eine Karte.

Ergänzend dazu lohnt es sich, einen Blick in den offiziellen Führer der Ausgrabungsstätte zu werfen. Er steht als kostenloser Download in deutscher Sprache zur Verfügung. An den drei Eingängen zu den Ausgrabungen (Porta Marina, Piazza Esedra, Piazza Anfiteatro) ist das kleine Heft ebenfalls zu finden. Auf gut 130 Seiten gibt es einen guten und informativen Überblick über die Gebäude, Villen, Thermen und dergleichen, die in den neun Stadtbezirken zu besichtigen sind.

Das Forum und das öffentliche Pompeji

Wie in allen römischen Städten spielte sich das öffentliche Leben in Pompeji im Forum ab. Es war sozusagen die Fußgängerzone der Stadt mit Verwaltungsgebäuden, Thermen, Tempeln und Markthallen. Um den Platz verlief eine Säulenhalle, deren Reste uns heute noch eine Idee vom einstigen Forum geben. Besonders schön von hier ist auch der Blick auf den Vesuv. 

Theater und Thermen

Pompeji galt als eine der wohlhabendsten Städte der römischen Antike. Dementsprechend anspruchsvoll waren seine Bewohner, wenn es um Unterhaltung und Freizeit ging. Am südöstlichen Stadtrand liegt das Amphitheater Pompejis, das rund 20.000 Zuschauern Platz bot. Sie kamen nicht nur aus Pompeji, sondern auch aus den umliegenden Orten, um die Gladiatorenkämpfe zu sehen. 

Daneben standen den Pompejanern das Große und das Kleine Theater zur Verfügung, in denen Komödien und Tragödien aufgeführt wurden. Rund 5000 Menschen fanden in Erstgenanntem Platz. Vom oberen Rang genießen Sie ein tolles Panorama über die Ausgrabungen von Pompeji bis hin zum Vesuv.

In den Thermen trafen sich – in getrennten Bereichen – die Männer und Frauen Pompejis in erster Linie zur Entspannung. Das Zusammentreffen in den Badeanstalten nutze man jedoch auch für Gespräche und Diskussionen. Besonders sehenswert sind die Stabianer Thermen an der Via dell‘Abbondanza. Sie werden über einen Innenhof betreten. Vor allem im Männerbereich zeugen die teilweise erhaltenen Fresken von der einstigen Pracht dieses Ortes.

Die Straßen Pompejis

Die Fresken und Mosaike, Graffiti und Säulen sind zweifelsohne schön anzuschauen. Richtig Spaß machen jedoch die mit großen Basaltplatten gepflasterten Straßen Pompejis, auf denen man auch heute endlos flanieren kann. Zwei Details werden bei einem Besuch der Ausgrabungen sofort ins Auge stechen: das antike Pompeji besaß Bürgersteige und „Fußgängerüberwege“. Die antike Idee der schwarzen Steinblöcke war, bei Regen trockenen Fußes die Straße überqueren zu können.

Dabei war der Abstand zwischen den Blöcken sehr genau bemessen, denn es herrschte reger Verkehr auf Pompejis Straßen. Mit dem Wagen musste man also die "Regenüberwege" passieren können. Und wer genau hinschaut, erkennt sogar die Wagenspuren aus der Antike.

Das private Pompeji - Wohnhäuser und Villen

Es ist sicher unmöglich, auf einem Rundgang alle Gebäude Pompejis zu besichtigen. Hinzu kommt, dass einige Villen mit Öffnungszeiten versehen und nur am Vormittag oder nur am Nachmittag zugänglich sind. Es gibt dennoch einige Häuser, die hervorzuheben sind.

Das Haus des Fauns ist so eines, denn mit 3.000 qm Grundfläche ist es mit Abstand das größte Haus des antiken Pompeji. Die zwei Atrien, die reichen Verzierungen mit Marmor und das Mosaik, das die Alexanderschlacht darstellt, zeugen von der gesellschaftlichen Stellung des Hausherrn. Einige Originalstücke der Villa befinden sich übrigens im Archäologischen Museum in Neapel.

Ebenso sehenswert ist das Haus der Muschelvenus, dessen gut erhaltene Wandfresken beeindruckend sind. Die Darstellung der Venus in der Muschel auf der gegenüberliegenden Seite des Eingangs rückt dabei besonders in den Fokus und gibt dem Haus seinen Namen. Venus war auch die Schutzgöttin Pompejis.

Die Villa der Mysterien liegt etwas außerhalb der Ausgrabungen. Die heutigen Pompejaner gaben uns den Tipp, dieses Juwel auf keinen Fall zu verpassen. Das Freskenbild, welches den Wohnraum der Villa ziert, ist eines der am besten erhaltenen Malereien aus der Antike.

Die Gipsmenschen

Zu den Ausgrabungen von Pompeji gehören nicht nur die Häuser und Straßenzüge, sondern auch die sogenannten Gipsmenschen. Sie legen Zeugnis von den letzten Minuten der Opfer des Vulkanausbruchs ab, zeigen teils sogar Mimik und die Verzweiflung des kurzen Todeskampfes.

Begraben unter der hohen Schicht aus Asche, hinterließen die Körper der Toten Hohlräume, die ab dem 19. Jh. mit Gips ausgegossen wurden. Ein Großteil dieser Abdrücke ist in Vitrinen bei der Villa der Mysterien und am Eingang Piazza Anfiteatro ausgestellt.

Mit der Bahn zu den Ausgrabungen von Pompeji

Vom Cilento aus erreichen Sie die Ausgrabungen von Pompeji am besten mit der Bahn. Die Regionalzüge in Richtung Salerno/Neapel fahren regelmäßig. Mit einem Umstieg in Salerno dauert die Fahrt nach Pompeji ca. 2 Stunden. Der Preis für das Zugticket beträgt rund 8 Euro.

Der Bahnhof liegt im Innenstadtbereich des modernen Pompejis. Das kleine Zentrum müssen Sie nur geradeaus durchqueren und Sie gelangen zum Eingang an der Piazza Anfiteatro.

Übersichtsplan der Ausgrabungen

Informationen zu den Eintrittspreisen