Ganz Italien verfügt über insgesamt 24 Nationalparks. Diese umfassen gemeinsam 1,5 Millionen Hektar der gesamten Landesfläche, was in etwa 5 Prozent entspricht. Das zweitgrößte italienische Schutzgebiet dieser Art ist der in der Provinz Salerno sowie in der Region Kampanien gelegene „Nationalpark Cilento und Vallo di Diano“ der im Jahr 1991 offiziell zu eben diesem erklärt wurde. Er besitzt eine Fläche von 181.048 Hektar und erstreckt sich vom Küstengebiet am Tyrrhenischen Meer bis hin zum Fuße des Apennin. Zum Nationalpark ernannt wurde der Cilento einst von der IUCN, die auch als Weltnaturschutzunion bezeichnet wird. Sie koordiniert weltweit den Naturschutz und hat die Oberhand über sämtliche Schutzgebiete und deren Klassifizierung.

Aber wie wird ein Gebiet wie der Cilento eigentlich zum Nationalpark?

Damit eine bestimmte Region, wie der Cilento, zum Nationalpark ernannt wird, muss diese ein paar grundlegende Voraussetzungen erfüllen. Zunächst darf sie sich nur rein natürlich entwickeln und muss deshalb auch entsprechend vor menschlichen Eingriffen geschützt werden. Genauso muss die dortige Natur unbedingt vor jeglicher Umweltverschmutzung bewahrt werden, damit ihr ökologischer Wert vollständig erhalten bleibt. Zudem sollte die Landschaft des Schutzgebietes über einen überdurchschnittlich großen Reiz verfügen. Dies ist auch der Grund dafür, dass viele dieser Regionen einerseits für den sanften Tourismus und andererseits als Erholungsgebiete genutzt werden.

Und was macht den Cilento letztendlich als Nationalpark aus?

Burgruine im Nationalpark Cilento

Historische Sehenswürdigkeiten gibt es im Cilento Nationalpark in Hülle und Fülle.

Der Cilento hat ohne Zweifel alles zu bieten, was von einem Nationalpark gefordert wird. Zum einen verfügt er über eine überaus abwechslungsreiche Landschaft, mit traumhaften Sandstränden, schroffen Steilküsten und idyllischen Unterwasserreservaten, aber auch hügeligen Flusstälern und markanten Bergregionen. Laut aktueller Schätzungen wachsen im Schutzgebiet circa 1.800 wilde Pflanzen, von denen ungefähr 10 Prozent als gefährdet gelten. Zudem leben sowohl in den Bergregionen, als auch in den tieferen Wäldern und Tälern einige seltene Tiere wie beispielsweise der Steinadler und der Habicht, Wölfe und Wildkatzen sowie Fischotter und Feuersalamander. Aber auch sonst findet man im Nationalpark Cilento eine große Auswahl davon, was man für einen erholsamen Urlaub benötigt: jede Menge kultur-historischer Sehenswürdigkeiten, viele interessante und charmante Küstenorte und Bergdörfer, beste Bedingungen zum Radfahren und Wandern und obendrein ein angenehmes Klima. Und trotzdem bleibt diese noch sehr ursprüngliche Region bis heute vom Massentourismus fast gänzlich verschont.

Das Bergdorf Camerota im Nationalpark Cilento

Typisches Landschaftsbild im Nationalpark Cilento: ein uriges Bergdorf (hier: Camerota) auf einem grünen Hügel

Der Nationalpark Cilento – von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt

Badebucht im Nationalpark Cilento

Der Nationalpark Cilento – u.a. bekannt für seine vielen schönen Badebuchten

Doch die Bezeichnung als Nationalpark war für den Cilento noch nicht Ruhm genug. Im Jahr 1998 wurde ein Teil des Gebiets darüber hinaus auch zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Damit zählt diese Region offiziell zu einem der aktuell 140 UNESCO-Geoparks, die sich weltweit auf 38 Länder verteilen. Der Begriff Geopark wurde erst im Jahr 2015 neu geschaffen. Damit sollen die Bezeichnungen für die verschiedenen UNESCO-Stätten, neben den Kategorien Biosphärenreservaten und Welterbestätten, näher spezifiziert werden. Sämtliche Geoparks sind Mitglieder in einem globalen Netzwerk, in dem sie eng zusammenarbeiten und gemeinsam, regional wie international, Projekte mit nachhaltigen Schwerpunkten umsetzen.

Veröffentlicht in: Allgemein