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Südamerikanische Spuren im Cilento

Die besondere Geschichte zwischen Camerota und Venezuela

Regensburg, 29.01.2014: Auf den ersten Blick scheint Marina di Camerota ein typisch süditalienisches Fischerdorf wie alle anderen im Cilento zu sein: Pizza, Pasta & Co. regieren die Speisekarten der Ristoranti, in den engen Gassen lauscht man Diskussionen im hiesigen Dialekt. Hin und wieder aber mischen sich spanische Wortfetzen in die Gespräche. Die Hauptstraße heißt „Via Bolivar“ und den Hauptplatz schmückt eine Statue des „libertador“ Venezuelas, Simón Bolivar. Im Alimentari entdeckt man immer wieder Importwaren aus Venezuela, Salsa-Kurse haben Hochkonjunktur und im Frühsommer findet in Marina di Camerota das wohl größte Lateinamerika-Festival Süditaliens „chévere“ statt.  

Auf nach Venezuela

 

Woher kommt diese Verbindung zu Lateinamerika und insbesondere zu Venezuela? Heute ist Italien ein Einwanderungsland für Gastarbeiter v.a. aus Südosteuropa und dem nördlichen Afrika. Vor nicht allzu langer Zeit aber emigrierten viele Süditaliener – und dies nicht nur nach Deutschland.

 

Anfang des 20. Jahrhunderts herrschte in Süditalien bittere Armut. Die industrielle Entwicklung vollzog sich nur in Norditalien. Die Landwirtschaft warf karge Erträge ab, bis heute ist der Cilento zu großen Teilen kleinbäuerlich geprägt. Deshalb suchten viele Cilentani und insbesondere die Bewohner Camerotas ihr Glück fernab der Heimat.

 

Die Geschichte der Familie Esposito

 

Der Großvater von Antonio Esposito arbeitete zwischen 1940 und 1949 immer wieder für einige Jahre in Venezuela. Die Familie blieb in dieser Zeit in Italien, die Fahrkarten für die Überfahrt waren zu teuer. 1949 holte der Großvater dann seine Ehefrau und seine Kinder nach. Insgesamt waren allein auf diesem wöchentlich verkehrenden Schiff nach Übersee über 50 Leute aus Camerota. Den Auswanderern ging es in Venezuela besser als den Daheimgebliebenen und nicht wenige brachten es in Südamerika zu verdientem Wohlstand.

 

Ab Mitte der 1960er Jahre aber wurde die politische Situation in Venezuela immer unsicherer. „Non si capiva più niente“, zu deutsch: „Man verstand überhaupt nichts mehr“, erzählt Antonios Mutter. Und außerdem fürchtete sie „l’amore“: Ein klein wenig war wohl auch die Angst, ihre Kinder könnten sich venezolanische Lebenspartner suchen und dadurch die Familie auseinander reißen, ausschlaggebend für die Rückkehr nach Italien.

 

So wie Signora Esposito dachten viele Camerotani. War Camerota in den 1950er Jahren ein regelrechtes Geisterdorf, in dem nur noch die Alten lebten, so füllte sich der Küstenort spätestens ab den 1970er Jahren wieder mit quirligem Leben. Das in Südamerika angehäufte Vermögen steckte man zu einem großen Teil in Immobilien. Fast alle Häuser an der Via Bolivar sind mit venezolanischem Geld gebaut.

 

Südamerikanisches Flair beim jährlichen Festival "chévere"

 

Mitgebracht haben die Camerotani aus Venezuela nicht nur materielle Werte. Die Unbefangenheit und Lebensfreude der Südamerikaner haben einen bleibenden Eindruck hinterlassen: Im Vergleich mit Bewohnern anderer Dörfer im Cilento gehen die Camerotani unbekümmerter und offener auf Fremde zu. Und spätestens Anfang Juni, wenn eine Neuauflage des Festivals „chévere“ auf dem Programm steht, kann man einen Hauch südamerikanischer Exotik in Europa erleben.

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Hintergrundinformationen:

Cilentano hat sich auf die Vermittlung von persönlich ausgewählten Ferienunterkünften in Süditalien spezialisiert. 1999 gegründet, ist das Regensburger Unternehmen heute der größte Anbieter von Ferienwohnungen und -häusern im Cilento und hat rund 200 Objekte in Süditalien (Cilento, Amalfiküste, Sizilien, Kalabrien, Apulien) im Programm. Außerdem vermittelt Cilentano Sprach- und Wanderreisen. Die Homepage www.cilentano.de bietet umfassende Informationen und viele Fotos zum Angebot von Cilentano. Ferienwohnungen und -häuser aller Preisklassen, Landhäuser, B&B-Unterkünfte und Hotels sind ebenso wie Gruppenreisen detailliert beschrieben und direkt buchbar.

Cilentano ist Mitglied im „forum anders reisen“, einer Organisation von Reiseveranstaltern, die sich dem sanften Tourismus verpflichtet fühlen. Seit 2010 trägt das Regensburger Unternehmen zudem das CSR-Siegel, das für umwelt- und sozialverträgliches Wirtschaften verliehen wird.

Der Cilento beginnt etwa 100 Kilometer südlich von Neapel. Zwischen Paestum im Norden, den Monti Alburni im Osten und Sapri im Süden liegt ein Paradies für Aktivurlauber. Als zweitgrößter Nationalpark Italiens und UNESCO-Weltkulturerbe ist der Cilento vom Massentourismus verschont geblieben. Der unmittelbare Kontrast zwischen der Küste mit feinen Sandstränden und dem hügeligen Hinterland mit bis zu 1.900 Meter hohen Bergen macht das Gebiet besonders für Wanderer interessant.

 

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Cilentano – Natürlich Süditalien

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